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Nußschalentuning,...altes Boot schick gemacht!

Nussschalentuning

An dieser Stelle möchte ich euch den Bericht zum Bootsumbau von Andy und später Jens nicht vorenthalten, das Endergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Wirklich schön zu sehen, was man aus einem alten Boot zaubern kann, aber schaut es euch selber an. An dieser Stelle, vielen Dank für Andy und Jens für die Fotos und den Bericht!!! Da der Bericht aus mehreren parts zusammengefriemelt ist, ließt er sich vielleicht etwas ungewöhnlich,…ich lasse es aber extra so, da man so sehr schön die einzelnen Entstehungsschritte nachvollziehen kann…

 

 

Part one, Andy!

 

An anderer Stelle habe ich es ja schon geschrieben: Ich habe zur Zeit ein kleineres Bootsumbau und -restaurationsprojekt laufen.
Für nen Appel und nen Ei habe ich ein altes GFK-Sportboot samt Trailer und Motor bekommen.

Das Boot ist zwar alt, aber von der Substanz noch sehr gut, da es offenkundig auch nicht übermäßig viel benutzt worden ist und wohl auch kein Wasserlieger sondern "Hallenlieger" war. Die Sport- bzw. Wasserski(?)bootaufbauten machen für die Nutzbarkeit als Angelboot allerdings einige Umbauten bzw. "Abrisse" erforderlich.

Der Evinrude-Motor ist ein echter Oldtimer und mittlerweile schon an einen motorverrückten Freund gegangen. Stattdessen soll ein 4 Takter
dran, der auch wegen der geringen Bootsgröße über die Pinne zu steuern sein wird.

Der Trailer ist auch recht alt, aber problemlos durch den TÜV gegangen.
Lichtleiste kommt neu und Kielrollen auch.

Bei allen Umbauten ist mir mein Angelkollege Bodo eine riesen Hilfe. An dieser Stelle "Herzlichen Dank!". Bei den Laminierarbeiten, die nach momentaner Aussicht gottlob nur in geringem Rahmen erforderlich sein werden, wird uns ein Bekannter behilflich sein, der schon nen 10m langes Segelboot selbst gebaut hat.
Lackierer ist auch am Start.

Hier die "Vorher"-Bilder:
(bitte hier nicht auslachen oder für verrückt erklären)







Bilder der ersten Abbauten und Schleifarbeiten folgen in Kürze.
Die ganze Bugabdeckung samt Windschutzscheibe, Steuer und Sitzbank ist schon weg. Ebenso Motor und Spritzschutzkästen (heißen dies so?) am Heck und die hässliche rundumlaufende Metallleiste. Nachher wird geschliffen. Bis Ende Mai soll die Kiste startklar sein...

Hallo!

Nachdem minden mich dazu angeregt hatte, hier über meinen Bootsumbau zu berichten und anscheinend doch ein wenig Interesse besteht, liefere ich mal weiteres Material.

Hier Fotos nach Entfernung des Motors, der Aufbauten am Bug sowie der Kästen inkl. Motorwanne am Heck und ersten probeweisen Schleifarbeiten.





Das kleine Ding hat die Maße 3,40m x 1,37m.


Hallo!

Das Böötchen ist bzw. war übrigens ein Silentcraft Baby Sport der Firma isoltecnica nautecnica.

Große Beschädigungen im Außenbereich waren und sind nicht erkennbar. Sonst hätte ich mich auf dieses Projekt auch nicht eingelassen ...

Mein "Plan" sieht folgendes vor:

Nach momentaner Kenntnis sind Flick- und Laminierarbeiten lediglich im Bereich des Heckspiegels erforderlich, da der Vorbesitzer da ziemlich viel dran rumgebohrt hat. Dadurch war auch das eingelassene Brett morsch. Dies ist bereits entfernt, wird aus Marinesperrholz erneuert und von innen wieder einlaminiert. Bis auf die vielen Löcher ist das äußere GFK am Heckspiegel aber noch ganz OK. GFK-Matten und Epoxi werdens richten.

Zum Zustand des Unterwasserschiffs und Kielbereichs kann ich abschließend und umfassend erst nach Entfernung des Antifoulinganstrichs was sagen. Größere Schäden sind so aber nicht zu erkennen. Hoffentlich lauert da keine Überraschung..
Über Wasser genügt wegen ordentlichem Zustand des roten Lackes wohl ein Anschleifen und Neulackieren. Ich tendiere zu dezenten Grün- und/oder Grautönen. Bin halt ursprünglich Karpfenangler, die sich gerne tarnen ...

Im Randbereich bzw. Handlauf sind im zweiten Viertel und am Heck durch das Entfernen der Aufbauten Lücken entstanden. Hier fertigen wir einen Lückenschluss aus Sperrholz, der überlaminiert wird.

Als Kantenschutz kommt eine rundumlaufende Gummileiste.

Das Boot ist nicht wirklich komplett doppelwandig und auch nicht in den Zwischenräumen ausgeschäumt.  Vielleicht ist auf den Fotos zu erkennen, dass in den Bootskörper noch eine Innenschale eingesetzt ist. Diese Innenschale bildet das Podest am Bug, den Steg in der Mitte (der die Steuerbank trug) und den Heckbereich mit Bilge und Auftriebskästen. Ursprünglich hatte ich mal überlegt, diese Innenschale rauszunehmen. Ich habe jedoch erkannt, dass ich diese gut nutzen kann:

Vorne ist ein Staukasten und mit Aluriffelblech bauen wir ein betretbares Podest.
Auf den mittleren Steg kommt ein höhenverstellbarer Stuhl, ans Heck ebenfalls ein höhenverstellbarer Steuerstuhl.
Die beiden Kästen am Heck haben wir aufgeflext. Sie waren nur an den Rändern geschäumt. Dort wo der Vorbesitzer kleine Löcher gebohrt hatte, war der Schaum angerottet. Nach Schließen der Bohrlöcher kommt neues Material rein (weil unkompliziert voraussichtlich Styrodur). Die Kästen werden mit Alublech wieder verschlossen. So haben wir Ablagemöglichkeiten und ggf wird dort das Echolot montiert.  Selbstverständlich wird der Innenraum auch lackiert.

 

Soweit mein "Plan".


Bislang macht mir das Herrichten jedenfalls viel Spaß und die Kosten sind auch recht gering. Hoffentlich klappt alles so einigermaßen und ich erlebe keine schlimmen Überraschungen. Ansonsten mache ich nen schönes Feuerchen ...

Freibordhöhe messe ich noch nach.

Ein echtes Ding wird noch die Motorbeschaffung. Laut der Plakette ist das Boot für bis zu 25 PS zugelassen.  Erst hatte ich geplant, einen neuen 15 o. 20 PS 4-Takter anzuschaffen. Nun habe ich mir jedoch überlegt, das es echt Quatsch ist, an so ein altes Möhrchen nen blutjungen Burner ranzuhängen. Andererseits musste ich schon feststellen, dass die Gebrauchtmotorbeschaffung nicht so einfach ist. Was meint Ihr, kommt das Teil mit 15 PS ins Gleiten?

Ich werde weiter berichten ...
Für Vorschläge und Tips bin ich immer dankbar!

 

 

 

Hallo!


Die letzten 4 Wochen hat sich leider nicht wirklich viel getan. Ich hatte einfach zuviel anderes um die Ohren. Aber ich glaube, das kennt jeder, der sich an ein solches Projekt begibt und "nebenher" auch noch arbeiten muss und auch noch andere Hobbys hat ...
Diese WE aber wird das Boot umgedreht und es geht der "Außenhaut" an den Kragen.
Ich habe mir ne extra Abbeize besorgt, mit der das Antifouling runter kommt. Der Rote Lack kommt auch ganz runter - ebenfalls mit der Beize oder Schleifer ...
Danach wird mit einem 2K Epoxyd beschichtet (2-3x) und schließlich mit 2K Acryllack lackiert.
Vorraussichtlich erst danach mache ich den Innenausbau. Material ist bestellt.

Fotos folgen.

 

Da ich unerwarteter Weise beruflich richtig heftig eingespannt bin, liegt das Projekt auf Eis, wahrscheinlich muss ich es ganz abhaken ): Der Umbau bedarf doch etwas Zeit und meine Freizeit am WE verbringe ich lieber am Wasser als in der Garage ...
Wenn jemand Interesse hat, wäre ich bereit die Bootsschale + Trailer (mit TÜV) für kleines Geld abzugeben. Zum Boot ist vorhergehend eigentlich alles gesagt.

 

Andy

 

 

 

 

Part two, Jens!

 

Yeahhhh, die AIDA im Kleinformat ist endlich fertig! Vor etwa zwei Monaten haben wir das Boot/Projekt vom Andi übernommen und haben das Boot ganz nach unseren Vorstellungen um- bzw. ausgebaut. Es war eine menge Arbeit und nichts hat am Anfang so geklappt, wie wir es uns eigentlich vorgestellt haben.

So sah das Boot aus, als wir es vom Andi abgeholt haben. Zu dem Zeitpunkt war das Boot schon grobflächig abgeschliffen, so dass wir nur noch mal drüber gehen mussten.

Am Boot waren einige Löcher, die wir mit GFK-Gewebematten und GFK-Spachtelmasse schlossen. Dazu fehlten auf beiden Seiten jeweils ein ca. 1 Meter langes Stück vom Rand, den wir nachmodelieren mussten, was eine ganz schön knifflige Angelegenheit war.

Nachdem die Löcher und die beiden Ränder soweit versorgt waren, ging es an den Boden. Dort haben wir den Boden komplett ausgeglichen, weil an einigen Stellen böse "Stufen" waren. Vorne haben wir uns das kleine Podest zum Jerken verstärkt, damit wir etwas höher über dem Wasser stehen.

Nachdem der Innenausbau soweit fertig war und alle Löcher und Rillen verspachtelt waren, ging es ans Lackieren. Leider ist die Lackierung nicht ganz so geworden, wie wir es uns das vorgestellt haben. Heraus kam ein unfreiwillig entstandenes, blaues und hübsches Tarnmuster. Leider war es draußen im Zelt etwas zu kalt zum Lackieren, darum gibt es ein paar unschöne Blasen im Lack. Egal, das Dingen soll uns zum Hecht bringen und keinen Schönheitswettbewerb gewinnen (:

Der hauptverantwortliche Bootsbauer, mein Dad, durfte selbstverständlich als erstes im Boot sitzen (Wenn er gewusst hätte, dass ich aus diesem Grund als erster Kapitän spielen darf, hätte er sich bestimmt auf diese Ehre verzichtet)

Nun war das Boot auch von außen soweit fertig, also konnte es ans Teppichverlegen gehen. Weil im Boot unheimlich viele Kannten sind, haben wir den Teppich in mehreren Teilen angeklebt, was eigentlich ganz gut hingehauen hat.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch das Wichtigste, schließlich möchte der Kapitän auch gemütlich sitzen, wenn er seine Yacht manövriert. Dazu haben wir einen alten PC-Drehstuhl auseinander genommen und haben das Unterteil als Standfuß für den gemütlichen Bootsstuhl benutzt. In der unteren linken Ecke seht ihr übrigens den Kraftstoff, ohne den wir diesen Umbau nie durchgehalten hätten (:

Heute ging es direkt an den Rhein-Herne-Kanal, um das Boot ausführlich zu testen, bevor es das erste mal wirklich los geht.

Ob die Schale wirklich schwimmt?

 

Sieht gut aus! Mit Hilfe säuft sie jedenfalls nicht ab.

 

Und ab jezzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzzz, gib mal Gummi!

Das Boot ist durch den Umbau schon ordentlich schwerer geworden, deshalb hatten wir einige Bedenken, ob es vielleicht aus der Balance geraten, oder sogar zu schwer ist. Zum Glück scheint alles im grünen Bereich zu sein. Die dicken Fische können kommen, wir sind bereit. Zum Umbau bleibt nur noch zu sagen, dass es, obwohl Andi schon ordentlich vorgearbeitet hat, sehr viel Arbeit war. Dass es so viel Arbeit war, hätten wir nie im Leben gedacht. Zum Abschluss habe ich euch noch einige Bilder rausgesucht, bei denen man das Boot aus verschiedenen Perspektiven sieht. Für den ersten Bootsumbau ist es gar nicht mal so übel geworden, nun wissen wir jedenfalls, worauf wir beim nächsten Mal achten müssen.

Zusätzliche Impressionen vom Boot





Falls ihr auch mal ein kleines GFK-Boot restaurieren wollt, solltet ihr euch im Klaren sein, dass es oft sehr viel mehr Arbeit ist, als es auf dem ersten Blick aussieht. Auch die Kosten sollte man vorher gut einschätzen. Der komplette Umbau, inkl. Stuhl, Teppich, Harz und GFK Matten, Klampen, Holz und allem was ich sonst noch so vergessen habe, hat ungefähr 380 Euro gekostet. Spaß hat die ganze Sache natürlich auch gemacht, das muss ich zugeben. Trotzdem wäre mir beim nächsten Mal ein schon fertiges Boot lieber, mit dem man sofort los düsen kann.

Als ich euch nach eurer Meinung bezüglich der Maastauglichkeit des Bootes gefragt habe, konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass es nicht sicher möglich ist, die Maas zu befischen. Jetzt kann ich die ganze Sache auch selbst etwas besser einschätzen und muss sagen, dass ich 100%ig verstehe, warum ihr mir davon abratet. Die 4 Schiffe, die in der Testphase an uns vorbeifuhren, haben schon ordentliche Wellen gemacht, die aber noch lange nicht mit denen von Herkules und Verhaaven vergleichbar waren. Die Maas wäre für das 3,40m x 1,40m große Boot wirklich eine Nummer zu groß.

An dieser Stelle noch mal DANKE an all' diejenigen, die das Forum und besonders den "Rund ums Boot" Bereich so kräftig mit wirklich hilfreichen Beiträgen gefüllt haben, ihr habt uns sehr geholfen

 

Jens

(Bericht: Part one: Andy, Part two: Jens)

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