Softjerkvorstellung, -montage und -führung
Aus dem Hause
Castaic, bekannt
durch hervorragende Gummiköder, kommt dieser sehr interessante
Köder, ein Softjerkbait,
der durch seine Form und Konzeption dem Angler sehr hohe
Flexibilität und
Anwendungsmöglichkeiten bietet. Im folgenden Artikel werde ich
mich auf den
Jerky-J beziehen, allerdings möchte ich nicht
unerwähnt lassen, dass es auch
andere sehr gute Softjerkbaits
gibt
(u.a. Fin-S Fish, Slug-Go von Lunkercity,…), die ebenfalls
einen hohen Maß an
Flexibilität zulassen, mit dem entsprechenden Erfolg am Wasser.
Farben:
Castaic hat eine große Palette verschiedener Farben in
Angebot, welche auch
mittlerweile hierzulande bei den hiesigen Internetanbietern oder auch
Fachhändlern zu finden sind und die meisten Angelsituationen
weitreichend
abdecken.
Konzept:
Der Jeky-J ist ein Softjerkbait aus sehr beständigem Material,
der geradezu
perfekt geeignet dafür ist, an
„schwierigen“ Stellen zu angeln, das
heißt, in
stark verkrauteten Gewässern, in der Nähe von oder
zwischen
Unterwasserhindernissen oder in anderen
hängerträchtigen Bereichen.
Die besten Erfahrungen habe ich bei Verwendung eines Offset-Hakens
(Wide Gap
Haken) gemacht. Durch die an der Ober- und Unterseite des
Köders befindlichen „Taschen“
verschwindet der Haken fast vollständig im Köper,
wodurch sich die Gefahr eines
Hängers deutlich verringert. Der Köder kann sogar
durch regelrechte Krautfelder
geführt werden.
Einige Barschfänge wurden in einem spanischen Stausee erzielt,
indem der Köder
einfach mitten zwischen abgestorbene Bäume geworfen wurde,
dort stehen gerne
die Räuber und lauern auf Beute. Der Jerky-J sinkt langsam und
in natürlicher,
waagerechter Lage. Durch den versteckten Haken ist die
Hängergefahr sehr
niedrig. In der Tat hatten wir sehr wenige Köderverluste zu
verzeichnen, obwohl
wir sehr „riskant“ fischten.
In mittleren und größeren Tiefen ist der Einsatz von
Belly Weights in
verschiedenen Gewichten empfehlenswert. Damit kann auch sehr gut in der
Strömung gefischt werden und man behält einen sehr
guten Kontakt zum Köder. Ein
weiterer positiver Effekt ist, dass der Jerky-J in der Absinkphase noch
verführerischer wackelt bzw. flankt. Wenn man das Belly-Weight
mittig am Haken,
nicht zu weit Richtung Hakenöse, anbringt, behält der
Köder in der Absinkphase
seine horizontale Lage.
Weniger gute
Erfahrungen habe
ich mit der Verwendung von Bleigewichten vor dem Vorfach gemacht.
Dadurch
bildet sich eine V-Form an der Schnur, die die Entfaltung des
Köderlaufs
beeinträchtigt.
Besonderer
Aufmerksamkeit
sollte man dem Aufziehen des Hakens widmen. Das richtige Aufziehen ist
entscheidend für den idealen Lauf des Jerky-J. Am Anfang
gestaltet sich dies
etwas kompliziert, mit etwas Übung geht es dann fast von
alleine.
Folgend eine
kleine Anleitung
für das Aufziehen des Hakens:

Haken einführen und Spitze sofort wieder ausstechen

Detailaufnahme

Hakenschenkel durchziehen

Belly Weight anbringen

Belly Weight befestigen und Haken bis zur Öse einführen (Hakenöse kann vollständig im Kopf des Köders verschwinden)

Haken an vorher markierte stelle in den Körper des Köders durchstechen

Detailaufnahme (mit geöffneter Bauchtasche)

Hakenspitze an die Oberseite des Köders wieder durchstechen

So sollte es in etwa am Ende des Aufziehens aussehen.

Die Position
des Belly Weight
kann variiert werden, um ein ideales, waagerechtes Sinkverhalten zu
erzielen,
einfach mal am Gewässer testen.
Die
Empfehlung einiger
Kollegen und eines Herstellers anderer Gummijerks, nach dem Biss mit
dem
Anschlag einige Sekunden zu warten, kann ich nicht teilen. Bei einem
beherzten,
dosierten und sofortigen Anschlag habe ich keine negativen Ergebnisse
verzeichnen können, jedoch als ich, wie von einem Hersteller
empfohlen, die
Rute erstmals in Richtung Köder bewegte und erst nach zwei,
oder drei Sekunden
den Anhieb setzte, da hatte der Fisch den Köder bereits wieder
ausgespuckt.
Material:
Die Gummimischung ist sehr flexibel und verzeiht manche Fehler beim
Aufziehen
des Hakens. Häufiges Wechseln der Belly Weights
verträgt der Köder ebenfalls
problemlos.
Führung:
Nach dem
Auswurf wird der Jerky-J wie ein Jerkbait an der Oberfläche,
im Mittelwasser, in Grundnähe mit vorsichtigen
Schlägen aus dem Handgelenk geführt.
Dadurch erreicht der Köder seine typische „erratic
action“ (in etwa
unkontrolliertes Ausbrechen), die ihn so verführerisch macht.
Die Häufigkeit
und Stärke der Schläge und das Gewicht des
verwendeten Belly Weight bestimmen
die Lauftiefe und die Geschwindigkeit des Ausbrechens. Eine steife
Spinnrute
mit einer Länge von mehr als 2,10m und einem WG von 15-40
g sind dafür sehr gut geeignet. Ich kann mir auch gut
vorstellen, dass sich die
typischen Vertikal- oder Schwarzbarschruten ebenfalls sehr gut
dafür eignen
würden. Bei den Tests wurde eine low-profile Multirolle
verwendet, allerdings
kann der Köder auch perfekt mit einer mittleren, stabilen
Stationärrolle
gefischt werden. Als Jerkbait-Verrückter ist das Fischen mit
der Multirolle
natürlich meine Lieblingsführungsvariante (:
Natürlich
kann der Jerky-J
auch mit einer längeren Rute klassisch wie ein
Gummiköder gefischt werden. In
diesem Falle benutze ich immer Belly Weights, je leichter desto besser,
da ich
der Meinung bin, dass diese Gewichte die entscheidende Absinkphase des
Köders
noch attraktiver machen und die Kontrolle über den
Köder verbessern. Die
Strömung und Gewässertiefe bestimmen die
Größe der Belly Weights. In stehenden
Gewässern verwende ich die kleineren
Größen, auch in sehr verkrauteten Seen, so
behält man die Köderkontrolle und man hat trotzdem
keine Probleme mit der
Unterwasservegetation.
Für
extrem verkrautete
Gewässer empfiehlt es sich, die Karabiner und Wirbel mit
schwarzem Isolierband
oder Schrumpfschlauch zu bedecken, so vermeidet man, dass Kraut und
sonstiger
Bewuchs hängen bleibt. Auch der Einsatz beim Vertikalfischen
und an der
drop-shot-Montage ist Erfolg versprechend.
Ich hoffe,
ich konnte Euch
einige Facetten dieses interessanten Köders näher
bringen und das ihr genauso
gute Erfahrungen damit macht wie ich. Für Kommentare, weitere
Tipps,
Empfehlungen etc., wäre ich Euch sehr dankbar.
Viel Fisch
und Spaß mit dem
Jerky-J und anderen Softjerkbaits!
(Bericht: CamiloS)

